Träume verlieren und neu finden

Der Traum ist ein gefährlicher Cocktail aus Euphorie und Zerstörung. Ein Spiel mit dem Glück. Ein Wagnis, das man eingehen muss, auch wenn das Scheitern fassbar ist.

Seit meiner Kindheit träumte ich davon Schauspielerin, Sängerin oder zwischendurch auch Musikerin zu werden. Die Träume änderten sich, verloren sich, lebten wieder auf und erinnerten mich mehr und mehr an flüchtige Besucher, die immer nach ihrem Auftauchen eine tiefe Sehnsucht in mir hinterließen. Bis diese wieder verschwanden. Neue Träume entstanden. Mein Alltag änderte sich, ich änderte mich. Jetzt, wachgerüttelt von der Serie Mozart in the Jungle, irre ich nachdenklich durch den Tag und fühle eine schier unbändige Sehnsucht, die mich durcheinander bringt. Nein, ich will in keinem Orchester spielen und nein, ich will auch keine Musikerin mehr sein, zumindest nicht beruflich. Vor einigen Jahren hatte ich einen Auftritt auf der Offenen Bühne auf dem Tollwood in München. Ich und die Gitarre. Es hat viel Spaß gemacht. Wiederholt habe ich es nie. Ehrlich gesagt habe ich nie darüber nachgedacht, warum. Aber das ist ein anderes Thema. Auch das mit der Schauspielerei. Was mich in der Serie jetzt so in den Bann gezogen hat ist, sich einer Sache voll und ganz hinzugeben. Besessen. Temperamentvoll. Über sich selbst hinauszuwachsen und den Dingen mit Humor zu begegnen, mit einer kindlichen Freude. Auch seinen eigenen Ängsten und Dämonen. Zu Leben!

Auch noch nach vielen Tagen, seit den ersten Entwürfen des Artikels, flackert ein kleines Feuer in mir. Unterhalb meiner linken Brust. Manchmal auch in der Bauchgegend. Es kribbelt, verursacht Herzklopfen oder lässt mich träumen. Von Dingen, die ich (noch) nicht erreicht habe, zu sehen wer ich sein könnte oder auch mehr Mut zu haben, sich freier und lebendiger zu fühlen, sich einer Sache voll Leidenschaft hinzugeben. Es tut gut. Es ist wie ein Wachrütteln, ein positives und zugleich kritisches Nachdenken über den eigenen Alltag und die Chancen, die man hat. Deshalb gibt es im Moment viel zu tun und wer weiß, vielleicht gibt es auch bei mir bald die eine oder andere kleine oder große Veränderung.

Über anette

photo artist & dreamer

4 Kommentare

  1. Du schreibst mir aus der Seele – diese schmerzhafte Sehnsucht empfinde ich auch von Zeit zu Zeit. Manchmal ist sie unbestimmt, manchmal konkret. Aber sie ist unbestreitbar da. Schön, dass Du sie dazu benutzt neue Wege zu beschreiten und bereits gegangene zu verbreiteren. Viel Erfolg!

    LG Annett

    • Ganz lieben Dank, Annett für Deine Worte! Dann kann ich dir nur das Gleiche wünschen! Oft ist es genau diese Sehnsucht, diese innere Zerrissenheit, die mich neu vorantreibt. Wo auch immer sie mich hinbringen mag.
      Liebe Grüße, Anette

  2. Ich finde diesen inneren Antrieb, der einem sagt, dass da noch ein paar unerledigte Dinge und offene Wünsche sind, total wichtig. Nachdem ich ins Leben zurück entlassen wurde, habe ich mich ran gesetzt und altes Zeug durchstöbert. Dieses Aufräumen und aus dem Alten neues entwickeln war – so zeigt es sich jetzt – wichtig, um überhaupt wieder in Tritt zu kommen.

    • Ja, da hast du recht. Das kenne ich auch. Ein Wachrütteln. Ein Vorwärtstreiben. Im besten Fall erhält man dadurch neue Klarheit und Ideen, die einen wiederum weitertreiben.

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