Ausstellung „Tanzspuren“

Wie schnell sich doch alles ändern kann. Noch wenige Tage zuvor war die Welt der Fotografie, des Wettbewerbs und der Öffentlichkeit in weiter Ferne und ich war glücklich damit. Ich war im Jetzt. Heute blicke ich zurück und lausche erneut dem Musiker, der im schummrigen Licht des Schiffsrestaurants Gitarre spielt und singt, beobachte die Leute, die sich entspannt unterhalten und ihre Blicke über die Bilder an der Wand schweifen lassen. Auf meinem Schoss sitzt mein zweijähriger Sohn, eng an mich geschmiegt und müde von den vielen Eindrücken. Es ist die Vernissage zur ersten gemeinsamen Ausstellung meiner Schwester Valeska Kinter und mir. Collage & Fotografie.

Ein Dialog zwischen zwei Künstlerinnen, die ihre Arbeit ganz unterschiedlich umsetzen. Inspiriert von der Bewegung, der Musik und den Farben. Inspiriert von aktuellen Geschehnissen, Gefühlen und Krisenzeiten. Das Fühlen und das Sehen, das Innere und das Äußere. Zwei Welten, die hier aufeinandertreffen und sich begegnen, wie Licht und Schatten. Gleiche Bildtitel, individuelle Interpretationen.

Auch jetzt noch, inzwischen 12 Tage her, erscheint es mir unwirklich. Verrückt. Aufregend. Hatte ich wirklich nur eine Woche Zeit gehabt mich auf die Ausstellung vorzubereiten? Wie glücklich ich doch war und bin, dass sich die Chance so spontan ergeben hatte! Und wie viel ich wieder gelernt habe! Viele viele Fragen entstanden in den Stunden nach meiner Zusage. Tage wurden zu Stunden, die sich manches Mal wie nur wenige Minuten anfühlten. Der Zeitdruck ließ weder Zweifel noch Ängste zu viel Raum und ich genoss die intensive Woche der Vorbereitung, durchforstete meine Arbeiten der letzten Jahre und wählte aus. Immer und immer wieder. Bis alles passte. Ich entschied mich für neun Fotografien. Mein Sohn genoss tagsüber die mamafreie Zeit bei der Oma, doch zugegeben, er fehlte mir immer wieder sehr. Eng drückte ich ihn am Abend an mich, als er durch die Tür nach Hause kam. Mama! Papa! Gemalt Oma, Opa, Buch schaun, Mama, Papa.

Am 14. März, um 19 Uhr, war es dann soweit. Die Rede begann und „Tanzspuren“ wurde mit großer Freude eröffnet. Wir hatten es geschafft. Cheers!

Für alle, die unsere Bilder in Potsdam sehen möchten, haben noch bis zum 14. Mai Zeit. Ich freue mich natürlich immer über Eure Rückmeldungen! Für alle anderen gibt es hier einen kleinen Eindruck der Ausstellung. Schwimmend. Auf dem Wasser. Inmitten des nahenden Frühlings.

Blick in den kleinen Raum, die „Captains-Lounge“

(Die Ausstellung „Tanzspuren“ läuft vom 14. März bis zum 14. Mai 2017 im Schiffsrestaurant John Barnett, Schiffbauergasse 12A, 14467 Potsdam)

Über anette

photo artist & dreamer

18 Kommentare

  1. Herzlichen Glückwunsch, Anette und viel Erfolg. Liebe Grüße von Susanne

    • Vielen Dank, Susanne. Es hat viel Spaß gemacht endlich zusammen an einer Ausstellung zu arbeiten. Das nächste Mal nehmen wir uns mehr Zeit ;)
      Liebe Grüße und einen schönen sonnigen Montag wünsch ich dir,
      Anette

  2. Toll Anette ! Schöner Ort und passend zu euren Motiven .
    Lieber Gruss, Jürgen

    • Danke, Jürgen! Ja, hat mich auch sehr gefreut! Es war eine kleine Überraschung den Raum zu gestalten, da ich ihn nur von Bildern kannte. Glücklicherweise hat alles gut geklappt und der Abend konnte mit einem Sekt gefeiert werden. Obwohl … habe eigentlich nur ein paar Schlücke geschafft, aber eigentlich geht’s ja auch um’s Anstoßen ;)
      Liebe Grüße, Anette

  3. Ja, so schnell kann es manchmal gehen :) Gratulation zur gelungenen Ausstellung! Der Raum steht euren wirklich Bildern sehr gut. Es ist mal was ganz anderes und vermutlich sehen die Bilder dort auch viel mehr Leute als wenn sie in einer Galerie hängen würden. Die Bildauswahl ist ja meistens nicht leicht, da kommt eine knappe Deadline vielleicht gar nicht so ungelegen, weil man es sich einfach nicht leisten kann, ewig darüber nachzudenken. Und die erste Wahl aus dem Bauch heraus meistens doch die beste bzw. richtige ist. Wenn es sich irgendwie einrichten läßt, schaue ich mir die Bilder mal live vor Ort bzw. an Bord an. Bis Mitte Mai ist ja noch etwas Zeit :)

    • Danke, Viola! Ja, das mit der knappen Zeit stimmt sicherlich. So habe ich mir manchen Nervenstress bezüglich der Bildersuche gespart ;) Im Studium habe ich immer gelernt „In der Kürze liegt die Würze“ oder „Lieber kurz und authentisch, als lang und gespielt“ …
      Das Problem des Zeitdrucks war allerdings das Drucken. Eigentlich wollte ich ein paar Drucke anfertigen lassen, aber die Zeit war einfach viel zu knapp. So griff ich auf vorhandene Werke der letzten Jahre zurück und druckte selber. Mein Fotodrucker (Epson Surecolor SC-P600) ist ja genau dafür gemacht, allerdings fehlten Farbpatronen und Papiere … Letzten Endes hat aber alles geklappt, obwohl wir bis auf die letzte Minute vor Abfahrt noch am Machen und Tun waren.

      Wenn du es nach Potsdam zur Ausstellung schaffen solltest, sag mir unbedingt Bescheid!
      Liebe Grüße, Anette

      • Ach ja, natürlich ist die Zeit arg knapp, wenn man die Bilder noch drucken lassen muss. Bei Whitewall dauert es meist so 4-5 Tage und die Expressoption kostet gleich mal 30 Euro. Da ist echt praktisch, wenn man das zur Not zuhause selber machen kann. Ich hab mir auch gerade neue Patronen für meinen Drucker gekauft, weil ich gerne Fotodrucke mit Farbe kombinieren will und es einfach zu teuer ist, die Drucke woanders machen zu lassen. Ausserdem beschichten die das Papier ja meistens noch und das nützt mir ja nix, wenn ich noch drauf rumpinseln will.
        Falls ich nach Potsdam kommen sollte, melde ich mich. Ansonsten fahre ich vielleicht Ende April mal nach Berlin zur Positions Art Fair, aber da würde ich mich auch vorher per Email bei Dir melden.
        Liebe Grüsse,
        Viola

      • Mach das :) Ach ja, es ist schon wieder Gallery Weekend und die Qual der Wahl wo man hingeht steht vor der Tür … Das mit dem Drucken und diese noch weiter zu bearbeiten finde ich auch sehr spannend oder sie als Collagen neu zusammen zu fügen. Toll. Da bin ich ja gespannt, was du experimentieren wirst! Ich merke seit einiger Zeit, dass ich mehr und mehr in Richtung Farbe gehe und sich meine Bilder langsam verändern. Irgendwie tut das ganz gut :)
        Ich wünsche dir ein ganz schönes Frühlingswochenende,
        Anette

  4. Congratulations! Looks like a perfect venue-intimate and interesting.

    • Thank you, Elena. Indeed, it is. Well, it isn’t actually a gallery. Preparing for that exhibition was quite instructive and it felt wonderful.

  5. Wow, how brilliant! Looks fantastic, Anette!

  6. A wonderful display of your fantastic work Anette and wishing you every deserved success, congratulations!

  7. wo tolle geschichte! glückwunsch!
    lg daniel (dreijähriger und vierteljähriger aufm schoss; weit weg von ausstellungen… :-) )

    • Haha, ja, für meinen war es auch eine besondere Erfahrung :) Am Wochenende wird er aber sicher mit zum Gallery Weekend schauen, ich bin sehr gespannt, wie es ihm gefallen wird ;)
      Ganz lieben Dank für deine Glückwünsche, Daniel!
      Liebe Grüße, Anette

      • ja was mir so bislang als (hobbyfotografierender und mittelmäßig kunstgebildeter) Papa so auffiel, dass die Kleenen abstrakte Fotos/Kunst und die merkwürdige (leere/stille) Atmosphäre in Museen spannend finden.
        Viel Spaß in all den galleries und in der eigenen,
        lg daniel

      • Ja, schon verrückt, aber da sieht man mal wieder, dass es wirklich überall etwas zu entdecken gibt, was wir als Erwachsene nicht immer unbedingt erkennen können ;)
        Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
        Anette

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