Back to the roots

Oh, wie habe ich sie vermisst. Die Polaroids. Ich weiß nicht wie lange ich mich schon von den quadratischen Polaroidbildern angezogen fühle, fasziniert vom Charme der Bilder, mich jedoch aufgrund der hohen Materialkosten nie dazu überwinden konnte, mir selbst eine alte Polaroidkamera anzuschaffen. Lange habe ich überlegt. Soll ich nicht doch weiter den Trennbildfilm in meiner umgebauten Plattenkamera nutzen?

Die Produktion wurde eingestellt und die Preise der Filme steigen, auch wenn der Lagerbestand noch anhält. Ob künftig ein neuer Trennbildfilm produziert wird, ist ungewiss.

© anette siegelwachs, 2014

Was ist mit der Instax Kamera? Mit den Ergebnissen, den Farben und dem Format der Instax Wide Filme werde ich ehrlich gesagt einfach nicht richtig warm. Zu scharf, zu realistisch, zu wenig „Leben“. In Bezug auf meine Projektideen. Die Ergebnisse lassen mich aus verschiedenen Gründen unzufrieden zurück, als hätte ich nicht die passende Antwort gefunden. Die anfänglichen Experimente waren spannend und machten vor allem Spaß, doch schnell merkte ich, dass es nicht darüber hinaus ging. Eine Schnappschusskamera, mit der die Beziehung oberflächlich bleibt. Die Filme fühlen sich in der Hand nicht so hochwertig an. Es gibt einige Aufnahmen, die sich in der Zwischenzeit unschön gewölbt haben. Allerdings hat es mein Sohn trotz großem Enthusiasmus noch nicht geschafft, mehr als nur Knicke in eine der Aufnahmen zu bekommen.

Lomo Instant habe ich mir nicht genauer angeschaut. Auch, da die Kameras ebenfalls die Instaxfilme verwenden und mir die Preise der Kameras zu teuer waren.

© anette siegelwachs, 2015

Warum überhaupt Instant-Fotografie? Sie lässt mich nicht los. Vielleicht hoffe ich unbewusst, mit ihr in der Fotografie ein Stück vorwärts zu kommen. Neue Türen zu öffnen. Antworten zu finden. Vielleicht suche ich auch einfach nach einer neuen Inspirationsquelle. Nach Bewegung. Nach Handfestem.

Schließlich, nach etlichen Monaten des Kopfzerbrechens, entschied ich mich nun zu einer 30Euro Polaroidkamera Variante und bin, ja, jetzt kann ich es sagen, ich bin glücklich mit ihr. Ein überraschend schöner Nebeneffekt: Die Polaroids fühlen sich um einiges stabiler an und liegen durch das Format wunderbar in der Hand. Das verzeiht vielleicht auch etwas den enormen Filmpreis, abgesehen von dem bekannten Polaroidcharme, an dem man sich erfreuen kann.

Fazit: Die hohen Materialkosten zwingen mir vor jedem Auslösen eine Ruhe auf, die mir beim Fotografieren gut tut und mich langsamer sehen lassen. Trotz der Automatik kann ich viel experimentieren, sei es mit oder ohne den Einsatz des Blitzes, der Einstellung der Lichtverhältnisse an der Kamera oder durch die Impossible Filme selbst. Mit diesen wenigen Möglichkeiten lassen sich erstaunlich unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Das Wichtigste für mich jedoch ist, mir scheint, als hätte ich mit der Polaroidkamera eine Antwort gefunden. Auf was? Vorrangig auf ein Gefühl, nach dem ich gesucht habe. Auf eine Wirkung, die die Bilder beim Betrachten bei mir erzeugen und auf die Möglichkeit, ohne viel Aufwand das Ergebnis sofort in den Händen zu halten und gegebenenfalls analog weiter daran zu arbeiten.

Trotzdem weiß ich, dass die Suche nicht zu Ende ist. Wahrscheinlich wird sie es nie sein. Wahrscheinlich soll sie es gar nicht. Denn Inspiration liegt im Entdecken und Entdecken kann ich nur, wenn ich mich darauf einlasse und die gewohnten Pfade verlasse.

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Erste Testbilder © anette siegelwachs, 2016

 

Über anette

photo artist & dreamer

13 Kommentare

  1. Hi Anette
    Die zweit Generation der Polariodfilm Nachfolger Impossilble soll ja ganz brauchbares Marterial herstellen. Ich habe ein s/w impossible Polaroid der ersten Generation am Kühlschrank hängen (keine Sonneneinstrahlung) das schon nach kurzer Zeit von s/w ins braune gekippt ist und vom kontrast immer weicher und blasser wurde, mittlerweile …nach ein paar Jahren ist nur noch ein gelblich braunes recht verwaschenes Bild über.
    Das hat mich immer abgeschreckt mal eine Polaroidkamera zu kaufen. Mittlerweile hab ich ja mal eine Lomography Intax Mini gewonnen, mit der ich ganz zufrieden bin… einzig die Bilder sind mir ein wenig zu klein, und einen richtigen Manuellen Modus hat das Ding auch nicht… werd demnächst Mal ein Review drüber schreiben.
    Hast du alte original Polaroids verwendet oder die von Impossible

    • Oje, das hört sich nicht gut an. Das Problem mit dem gelb verwaschenen Ton kenne ich auch von einem original Polaroid Trennbildfilm, den ich mal in der Plattenkamera getestet hatte. Nach der großen Vorfreude kam dann die gelb verwaschene Enttäuschung. Schade.
      Überraschend zu hören, dass die Lomography Instax Mini keinen richtigen manuellen Modus hat, dachte die Lomo Kameras sind zum Teil mit sehr viel mehr Experimentiermöglichkeiten bestückt. Immerhin hat es wahrscheinlich die Möglichkeit Mehrfachbelichtungen zu machen was schon super ist. Ich hatte letztes Jahr von PhotoKlassik die Instax Wide 300 bekommen, die auch in Bezug auf Schärfe und Spaßfaktor tolle Ergebnisse liefert. Doch irgendwie blieb sie für mich die Schnappschusskamera und dafür sind mir die Bilder einfach zu teuer. Jetzt habe ich die Impossible Filme verwendet und bin bisher sehr zufrieden mit den Ergebnissen, allerdings konnte ich noch keine Erfahrungen in so einer langen Zeitspanne wie du sammeln und den S/W Film habe ich noch nicht getestet. Aber klar, das Problem Haltbarkeit bei Polaroids ist ein Thema. Die Chemie entwickelt sich mit der Zeit weiter, schneller oder langsamer, je nach Situation und verändert das Foto. Zugegeben, ich finde das irgendwie spannend.

      • Habe ja unlängst gelesen das es auch für die Instax Mini einen Schwarzweißen geben soll. Was Die Instax Lomo betrifft kann man wie du bereits geschrieben hast Bulb mode und den Automatic mode mit +2Blenden und -2Blenden wählen… ich hätte mir da schon mehr gewünscht. Mit dem Blitz ist sie allerdings ein Partyliebling. Auch wenn man dann meistens ohne Fotos nachhause kommt ;)

  2. Fascinating experiments…a kind of warm alienation.

  3. Das klingt alles ganz toll und ich freu mich, dass Du eine Lösung gefunden hast, mit der Du Dich wohl fühlst und Deine Ideen umsetzen kannst. Und bei 30 Euro für die Kamera kann man auch echt nicht meckern.
    Ich wollte schon nachfragen, welche Filme Du denn nimmst, zumal ich über Impossible auch nicht so gute Sachen gehört habe, aber vielleicht liegt’s auch nur an unterschiedlichen Erwartungen. Lustigerweise habe ich heute gelesen, dass Fuji neben dem bereits angekündigten S/W-Film demnächst auch ein quadratisches Format anbietet, das wohl dem alten Polaroidformat entspricht. Dann hast Du noch was Neues zum experimentieren :)
    Ich hab mich ja nun auch endlich mal an die Sofortbildfotografie gewagt und bin schon ein bißchen verliebt. Man sieht einfach wieder anders und fotografiert Dinge, die man sonst nicht fotografiert. Ist schon ne tolle und auch spannende Sache. Und das mit der Haltbarkeit ist heutzutage vielleicht auch nicht so heikel, weil man die Bilder ja meistens eh gleich scannt und so immer ne Kopie hat.

    • Oh, das mit dem quadratischen Format habe ich noch gar nicht gehört! Klingt interessant. Den S/W Film wird’s ja leider bisher nur für die Instax Mini geben, soweit ich darüber gelesen habe, aber ich kann mir gut vorstellen, dass sie in Zukunft und bei entsprechender Nachfrage das Angebot erweitern werden. Wegen den schlechten Erfahrungen bezüglich des Impossible Films … kann ich schon verstehen, warum die Rückmeldungen so unterschiedlich sind. Die Ergebnisse sind stark vom Licht und der Temperatur abhängig und es ist wirklich oft reine Glückssache, wie das Polaroid am Ende aussieht. Es können fantastische Bilder entstehen oder eben auch, wie bei mir heute bei leicht bewölktem Himmel oder in der Wohnung, missglückte Aufnahmen, deren Farben und Stimmung nicht gefallen. Dadurch werden einem von vorne herein Grenzen beim Fotografieren gesetzt. Aber trotz allem, mit den Impossible Filmen muss man sich einfach anfreunden und sie kennen lernen.
      Sofortbildfotografie ist zwar teuer, aber ungemein faszinierend und auch ich bin etwas verliebt :) Ich habe schon bei dir gestöbert – toll!

      • Kurzer Nachtrag: ich hab den neuen quadratischen Instax-Film jetzt auf der Photokina gesehen und glaube, der wird wohl nicht in die alten Polaroidkameras passen. Ist doch etwas kleiner und passt vermutlich nur in die noch nicht enthüllte neue Fuji-Kamera. Aber wie Du schon sagst, in Zukunft wird’s da vielleicht noch mehr geben. Die Nachfrage ist ja scheinbar da, sogar Leica hat jetzt ne Sofortbildkamera rausgebracht.

  4. This is all very interesting. I’m just back from a two weeks holiday in south Italy (ischia) during which I only had two cameras with me: one old Polaroid 340 (which was my father’s camera) I used for color with some of the left Fuji fp 100 c for color (I have almost finished my small stock) and the new I-1 from Impossible for B&W.
    AS you say the idea to have a very limited frames to shoot changes completely the way to shoot and this is very interesting.
    I find the new B&W film from Impossible quite good, only a little difficult when you have high contrast in the scene, as it was with the strong sun from South Italy ! Not sure what will happen with the prints in the time, but I like that sepia tones I usually scan most of them.
    I never tried the Instax Fuji or Lomo also because I have many polaroid cameras (600 and sx70) and prefer the less clinic results from Impossible.
    Of course we all should know that Instant Photography can be addictive …

    robert

    • Indeed! I’m just falling in love with Instant Photography but I’m quite unhappy with the prices of the films. Well, because of that you have to think twice about every single shot and this also can be a good thing. Few days ago I tried the Impossible B&W film and I liked it, but I didn’t have such difficulties with the light as you experienced during your last trip.
      I read about the new l-1 – What do you think about the camera?

      • The new B&W film from Impossible is really good, my difficulties were only in high contrast situation like white foams from the sea waves around black rocks. Other than this it behaves well.
        About the I-1 I have mix feelings: for sure an interesting camera, the possibility to connect it via bluetooth to a smartphone opens possibilities like double exposures or compensation of exposure among or manual settings. But this can become expensive when each shot cost more than two EUR !
        I’ll post a series of my Impossible shots after scanning in my blog.
        Ciao, robert

  5. back to the roots ?
    back to analog :-) !

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