Serie | Disappear

Ein Hauch von Formen | Eingehüllt in Momenten der Erinnerungen | Nicht die Zeit dominiert, sondern die Inspiration (aus dem letzten Artikel Disappear)

Landschaft

fotografie © anette siegelwachs

Bilder mit vollkommener Unschärfe zu gestalten und all die Formen in einem Dunst verschwinden zu lassen, stellt sich für mich als eine ganz schöne Herausforderung dar. Der Großteil der Bilder verliert dadurch seine Kraft und wird von einer sinnlos erscheinenden Abstraktion abgelöst. Einem Matsch aus Nichts. Interessant ist zu sehen, wie meine anfängliche Inspiration (Artikel Disappear) in kürzester Zeit abnimmt. Noch längst habe ich nicht den richtigen Weg gefunden, Unschärfe spannend darzustellen.

Portrait03

fotografie © anette siegelwachs

Die Experimente an alten Aufnahmen sind bisher mehr als unbefriedigend und der Analogfilm ist noch nicht abholbereit. Verrückt, wie viel länger der ganze Prozess doch dauert, wenn man nicht mehr selbst entwickelt *seufz*. Mittlerweile packe ich jeden Morgen zwei Kameras mit ein, KB- und Mittelformat. Nicht selten bleiben sie jedoch in der Tasche und ich hoffe auf den nächsten Tag, auf besseres Licht oder einfach auf den richtigen Moment. Vor einigen Tagen konnte ich wunderbare Nebelstimmungen einfangen, die sich nach kurzer Zeit in Luft auflösten. Zu Hause stellte ich fest, dass kein Film eingelegt war und der Zähler fälschlicherweise auf 4 gestanden hatte. Entschuldigen konnte ich mir das Malheur nur aufgrund der berühmt-berüchtigten Schwangerschaftsvergesslichkeit. So blieb mir nichts anderes übrig, als einen neuen Film einzulegen, mit dem Ziel, dass es bei der nächsten Tour nur besser werden kann.

Mehr über das Projekt

Über anette

photo artist & dreamer

12 Kommentare

  1. Despite what you say, these are very close to that feeling of disappearance. Vertiginous and enthralling.

  2. Zur berühmtberüchtigten Schwangerschaftsvergesslichkeit kann ich leider nichts sagen, aber lässt es sich ja mit dem Bild des zerstreuten Wissenschaftlers vergleichen. Ich habe ja schon das eine oder andere Mal vergessen, der Akku oder die Speicherkarte wieder in die Kamera zu stecken und laufe trotzdem noch immer ohne Back-up durch die Welt :)

    Ich kann die Schwierigkeiten mit der absichtlich eingesetzten Unschärfe sehr gut verstehen, hab letztes Jahr ja mal ein bisschen damit gespielt, weil ich auch eine bestimmte Idee im Kopf habe. Manchmal ist es noch zu scharf und dann plötzlich wieder alles viel zu unkenntlich, ein einziger Matsch halt. Hab etwas Geduld und gib nicht auf :)

    • Ich werde es versuchen! :) Trotz allem freue ich mich natürlich zu hören, dass ich mit dem Gefühl nicht allein dastehe. Verrückt, wie leicht doch manches erst erscheint und sich im Nachhinein als besonders knifflig herausstellt. Interessant finde ich ja, dass du dich auch schon mit dem Thema auseinandergesetzt hast. Hast du mit deinem Projekt, deiner Idee schon Bilder festhalten können, mit denen du zufrieden warst oder die dich zu weiteren inspiriert haben? Ich hänge da ja gerade etwas, aber will hier auf jeden Fall weiter experimentieren.

  3. Also bei mir waren das in der Vergangenheit meistens eher so Zufallsbilder. Angefangen hat es mit Bewegungsunschärfe in Bildern, die ich aus Langeweile und Neugier aus dem Zugfenster geknipst habe, so Anfang 2012. Da waren ein paar Aufnahmen dabei, die mir beim Nachbearbeiten ganz gut gefallen haben. Als nächstes habe ich dann immer mal bewusst unscharf gestellt, weil ich einfach nur Bokeh fotografieren wollte, z.B. Lichtpunkte auf Wasseroberflächen, und auch das Lensbaby hab ich anfangs ja hauptsächlich für solche abstrakten Spielereien benutzt.

    Wirklich bewusst bzw. mit einem konkreten Konzept im Kopf habe ich mich letztes Jahr im Oktober damit beschäftigt, als ich versucht habe, die Begriffe für das ABC-Projekt irgendwie nebenbei in meinem Alltag umzusetzen. Dabei ging es mir meistens einfach nur darum, Menschen in Form von Silhouetten einzubinden, zum Teil natürlich auch, weil ich ja nicht einfach Fotos von Fremden machen kann bzw. will. Ursprünglich für Begriffe wie ‚D is for Dream‘ und ‚M is for Memory‘, allerdings habe ich für D und M dann doch etwas anderes gefunden. Gezeigt habe ich unscharfe Bilder für ‚H is for Hurry‘ (Passanten im Hauptbahnhof) und letztendlich auch in einem meiner Lieblingsbilder des letzten Jahres: ‚Y is for Yearning‘. Dafür bin ich echt lange durch den Berliner Volkspark Humboldthain gewandert und als ich schon aufgeben wollte, war das perfekte Motiv plötzlich da: ein händchenhaltendes Paar und die Frau trägt auch noch rot. Es sieht eigentlich eher aus wie ein Gemälde und ich liebe es noch immer sehr. Auf der Fahrt nach Berlin ist damals auch noch eine neue Motion-Serie in Herbstfarben entstanden.

    Auf Google+ hatte ich damals auch 2 Kontakte, die haben absichtliche Unschärfe durch ‚Intentional Camera Movement‘ erzeugt. Damit habe ich vor 2 Jahren mal herumgespielt, meist im Zusammenhang mit Baumkronen. Wird allerdings auch eher abstrakt. Analog könnte ich mir vorstellen, dass eine Kombination aus Langzeit- und Doppelbelichtung plus Bewegung vielleicht ganz gut funktioniert. Deine Hündin eignet sich bestimmt prima als Testobjekt :)

    • Viola, wow, vielen Dank! Es ist wirklich spannend zu lesen, welche Erfahrungen du gemacht hast! Das mit dem Zufallsprinzip kenne ich sehr gut und oft haben mich genau diese Bilder zu neuen Ideen verholfen, die ich im Nachhinein weiterentwickeln konnte.
      Langzeitbelichtungen werde ich auf jeden Fall auch für das Thema testen. Es gibt so einiges zu entdecken und auszuprobieren :) …
      Ganz lieben Dank nochmal für deine Gedanken und Ideen!

  4. I certainly get the feeling of disappearing.

  5. Ich wünsche dir ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: