Blau

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cyanotypie © anette siegelwachs  

Test mit 6×6 Negativen auf Adox Art Baryta

Da noch ein Fläschen Cyanotypie im Kühlschrank lagerte und die letzten Tage endlich die Sonne im oft so grauen Berlin zum Vorschein kam, konnte ich mich auf ein Neues dem Blaudruck widmen. Dieses Mal auf dem Adox Art Baryta Papier. Die letzten Ergebnisse meiner Versuche mit verschiedenen Papiersorten im letzten Jahr waren enttäuschend. Die Bilder wurden verschwommen oder kontrastarm. Die Papiere saugten zu sehr oder waren einfach nicht für Blaudruck geeignet. Einige lösten sich auch im abschließenden Wasserbad auf … Dazu kam damals auch das fehlende Licht. Wie auch heute. Die Vorfreude am Donnerstag war noch groß bei warmen Frühlingstemperaturen genüsslich in der Sonne zu sitzen, die Beine hochzulegen, neben mir der sich langsam von grün in blau zu leicht silbrig verwandelte Kontaktabzug. Fehlanzeige. Die Sonne verbarg sich mal wieder hinter einer dicken Wolkendecke. Doch auch ohne dem erhofften UV-Licht wollte ich es mir nicht nehmen lassen, ein paar Tests mit Negativen zu machen, um das Papier kennen zu lernen. Für mich ist es eigentlich zu dünn, ich bevorzuge um die 285 g/m² Papier und aufwärts, aber für erste Versuche war es ideal. Die Entwicklung dauerte zwischen 52 Minuten und beinahe 3 Stunden und trotzdem waren einige Bilder noch unterbelichtet. Die obigen Drucke, im 6×6 cm Format, gehören zu den gelungeneren Abzügen.

Die Drucke unten, die ihr schon in einer S/W-Variante vom letzten Artikel (Imagination) kennt (verrückt, wie sich das gleiche Bild mit einer anderen Technik so sehr verändern kann!), musste ich digital nachdunkeln und den Kontrast erhöhen, um einem unübersichtlichen Matschergebnis entgegen zu steuern. Das nächste Mal heißt es, die 3 Stunden Belichtungszeit auf einen Tag oder mehr zu erhöhen.

Spaß hat das alte Fotografieverfahren aber allemal gemacht und mein Interesse ist geweckt, mich auch großen Drucken anzunähern. Allerdings brauche ich dann entsprechende Negative, die im Großformat auf Folie gedruckt werden, und das geht ganz schön ins Geld. Hier heißt es erst in Ruhe zu planen und das Projekt reifen zu lassen, bis es, wie man so schön sagt, Wurzeln schlagen kann.

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copyright © anette siegelwachs

Jetzt vertiefe ich mich in die Möglichkeit der eigenen Gestaltung des Fotopapiers, der Fotoemulsion, die schon so lange in Aktion treten wollte. Der Badezimmerboden ist übersät mit über zwanzig bepinselten Papieren, die morgen belichtet werden. Mit dem Vergrößerer hat man doch sehr viel mehr Freiheiten als mit dem Kontaktkopierverfahren. Nächste Woche heißt es dann endlich die Fortsetzung zu Like a Ghost zu veröffentlichen. Mit diesen Worten wünsche ich Euch ein schönes und kreatives Wochenende!

Über anette

photo artist & dreamer

14 Kommentare

  1. Danke, Anette, Dir auch ein wunderschönes Wochenende. Wieder mal fantastische Fotos, die du hervorgezaubert hast. Ich assoziiere sie mit dem Film „Drei Farben Blau“ von Krzysztof Kieślowski. Hast du ihn gesehen?
    LG
    Sabine

    • Danke, Sabine! Nein, den Film habe ich noch nicht gesehen, aber Juliette Binoche ist sicher wieder grandios in dem Drama. Auf jeden Fall werde ich ihn mir noch anschauen.
      Liebe Grüße,
      Anette

  2. Ich hab auch noch Cyano-Chemie im Kühlschrank. Ich freu mich drauf, sie demnächst wieder einzusetzen, wenn ich etwas mehr Zeit habe und die Sonne wieder scheint.

    • Klasse, dann drücke ich dir die Daumen, dass Zeit und Wetter mitspielen. In der Sonne ist der Prozess wirklich um einiges flotter, ansonsten kann man ja problemlos währenddessen andere Arbeiten erledigen oder einfach einen leckeren Kaffee genießen ;)

  3. Was für ein Zufall, vor ein paar Tagen noch dachte ich an die blauen Bilder, die Du letztes Jahr mal gezeigt hast. Obwohl es glaube ich digitale Drucke auf altem Papier waren. Ich mochte die Experimente sehr und diese hier gefallen mir auch, besonders das erste. Sie haben alle so eine schöne Textur und das blau ist toll. Ich bin gespannt zu hören und zu sehen, wie es weitergeht.

    • Hi, Viola! Du meinst sicher die gedruckten Selbstportraits (Hide & Seek). Leider waren bisher die beiden Bilder die einzigen, die mit dieser Art wirklich gut aussahen, abgesehen davon, wie viel Tintenpatronen gebraucht werden und wie schlecht letzten Endes mein Drucker ist. Auf der Suche nach dem richtigen Papier für Präsentation und anderes bin ich immer noch. Momentan tendiere ich zum Hahnemühle Torchon 285g/m² oder Echt-Bütten William Turner 310g/m² … allerdings nicht auf meinem Drucker ;)
      Mit der Cyanotypie entfällt diese Problem, die Entwicklung geht direkt aufs Papier und kein teurer Profidrucker wird benötigt. Die Textur entstand einmal durch den Pinsel, dann aufgrund der vorhandenen Beschichtung des Papiers, das der Pinsel bei zuwenig Lösung leicht zerkratzte. Freut mich sehr, dass es dir gefällt!

  4. Annette, I just love these! They are so beautiful.

  5. I agree with Karen – ethereal and creepy and quite beautiful.

  6. Wonderful textural effects overlapping your subtle figurative images. I like this series very much!

  7. Like a nostalgic mist vanishing our memories.

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