Fassaden

Wer mit einer Digitalkamera auf Reisen geht kennt sicher das Gefühl der plötzlichen „Alles-fotografieren-zu-wollen-Euphorie“. Im Nachhinein gibt es dann massenhaft Fotos, die bearbeitet und aussortiert werden müssen und man ärgert sich im Stillen, wie viel Zeit man dafür doch verwenden muss. Analog ist es bei mir anders. Die Kamera beginnt zu schweigen, beobachtet, ehe sie im richtigen Moment – ich stelle mal das Idealbild dar – klick macht. Nicht selten jedoch bleibe ich unzufrieden zurück, da ich kein einziges Foto geschossen habe. Die Augen werden kritischer.

Es war in den letzten Wochen interessant zu beobachten wie unterschiedlich ich im Urlaub mit der Digitalkamera und der Analogkamera auf Motivsuche ging. Meistens griff ich zur digitalen Technik, da die Zeit knapp war, fotografierte mehr oder weniger unüberlegt und vernachlässigte die alte Kamera, mit der ich für gewöhnlich auf Fototouren in Berlin gehe. Vor knapp einer Woche dann ließ ich die Digitalkamera komplett in der Ferienwohnung liegen und stieg wieder auf analog um. Kein hin und her mehr. Keine halben Sachen mehr. Die Mechanik musste wieder belebt werden. Seitdem beginne ich wirklich zu fotografieren. So fantastisch die digitale Technik ist, so wunderschöne Ergebnisse sie liefern kann, so faul macht sie mich und das sehe ich in den Fotografien. Sie langweilen mich und da bin ich selbst schuld dran.

Dies sind eine der letzten digitalen Aufnahmen auf meiner Reise in Andalusien und in ein paar Tagen geht es zurück nach Berlin. Gerne hätte ich eine Serie zum Thema Fassaden gemacht (passend für mich digital) und mehr mit den Kompositionen gespielt, aber als einzige mit der Kamera unterwegs in einer Gruppe zu sein ist ja bekanntlich so eine Sache …

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fotografien © anette siegelwachs

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Villaricos, Andalusien 2014

Über anette

photo artist & dreamer

10 Kommentare

  1. RK

    Ich mache es eher so, dass ich lieber ein paar mehr Aufnahmen mache und dann aus den vielen Aufnahmen, die für mich schönsten heraus suche. Lieber einmal mehr auf den Auslöser drücken, als sich hinterher vielleicht zu ärgern, dass das eine Bild was man von einem Motiv gemacht hat doch nicht so gut geworden ist ;-)

  2. Ich kann auch auch an keiner verwiterten Holztüre vorbeigehn ohne abzudrücken ;) ,ich mag Türen bzw. Eingänge einfach. Ja das mit digital vs. analog… Ich für mich habe mich ja genau aus diesen Gründen vor zwei Jahren, als meine letzte Digiknipse einen Wassserschaden erlitten hat, dafür entschieden keine mehr zu kaufen, und bis jetzt geht mir nix ab. Ab und an hab ich die Olympus meiner Schwester in der Hand, aber das ist es auch schon.
    Freut mich das du wieder auf der analog unterwegs bist! Bin schon gespannt auf deine Bilder!
    Lg Peter

    • Ich sag dir, es war ein totaler Genuss nach ein paar Tagen digital fotografiert zu haben wieder die Analogkamera in der Hand zu halten! Ich hatte das Gefühl endlich wieder mit der Linse „sehen“ und „fühlen“ zu können. Es ist ein komplett anderes Gefühl beim Fotografieren und das habe ich sehr vermisst. Die SLR nutze ich eher für Kurzfilme und das sollte vielleicht so bleiben ;)
      Lg Anette

  3. Ich verstehe was du schreibst und bin 100% einverstanden. In den letzen Zeiten fotografiere ich viel mit analogen Kameras, mein Vater’s alte Rolleiflex oder die Zeiss Super Ikonta die Santa Klaus mir gebracht hat.
    Se gefällt mir zu wissen dass ich nur 12 Möglichtein im Kamera habe, und wenn zwei oder drei von zwolf gut sind bin ich zufrieden.
    Für meine nachste Reise nach NZC plane ich meisten analog zu fotografieren und digital nur wenn Licht und andere Bedingungen schwer sind, manchmal hat digital auch Vorteile zu benutzzen :-)
    robert
    PS: ich hoffe mein Deutsch nicht zu schlecht ist…

    • Weniger ist oft mehr und ich konzentriere mich auch gerne auf weniges Schnickschnack, anstatt von zu vielen technischen Möglichkeiten bombardiert zu werden. Eine alte Rolleiflex muss wunderbar sein! Ich liebe diese alten Kameras sehr! Und jede hat wieder ihren eigenen Charakter *träum* …
      Übrigens Robert, dein Deutsch ist sehr gut, so würde ich gerne italienisch sprechen können! Weiterhin viel Freude beim Fotografieren und ich bin gespannt auf deine analoge Zeit in NYC!
      Viele Grüße, Anette

  4. Die Masse an Fotos ist wohl die „Strafe“ für’s nicht innehalten wollen. Ich kenne das zu gut. Man ist überwältigt von den vielen, teilweise fremden Eindrücken und versucht dies nun irgendwie zu bewältigen. Da ist der Griff zu digitaler Technik schnell getan. Analog funktioniert das nicht und man ist gezwungen sich intensiver mit der Umgebung zu beschäftigen. Runterkommen, durchatmen, einfach mal innehalten und geniessen, und wenn’s passt, dann vielleicht auch die Kamera aus der Tasche ziehen. Sollte auch mit einer Digitalen funktionieren, aber ich weiß selber nur zu gut, daß man irgendwann doch „rückfällig“ wird.
    LG kiki

    • Ja! So sehr ich versuche mit der Digitalen diese „analoge Ruhe“ zu bekommen, so sehr versage ich nach kurzer Zeit schon dabei. Verrückt. Zugegeben, der ganze Ablauf mit Film einlegen, aufspulen, Blende und Belichtungszeiten einstellen, den Film zum nächsten Bild vorspulen und das Gewicht der Kamera gibt mir etwas, was meine sehr viel leichtere Digitale nicht hat. Ich MUSS mir Zeit nehmen! Sicher, dass ist immer wichtig beim Fotografieren, doch analog wird es bei mir erst umgesetzt. Traurig aber wahr. Vielleicht, da sich analog für mich einfach echter anfühlt. Es ist letzten Endes eine Philosophie des Sehens und Festhaltens und jeder hat eine andere ;)
      LG Anette

  5. Love the simple and stunning lines, shapes and light that come together so beautifully!

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