KurzStory *17*

Krieg

Menschen rennen durch Straßen

Kein Zurück und keine Flucht

Eingesperrt in einem Kessel

Dampfend brodelnd gnadenlos

Schreie Schüsse warmes Blut

Tritte Schläge leblose Körper

Ein Blick aus einer Ruine

Unschuldig flehend angstverstört

Ein Kind, das Gesicht nur Knochen

Die kleine Hand festgeklammert am Mauerrest

Die Straßen leer

Ein dumpfer Knall weit weg

Stampfende Füße im Rhythmus des Todes

Marschierende Truppen treten auf Tote

Kinder Frauen Männer

Blutgeschmack liegt auf der Zunge

Eine Hand fleht nach Rettung

Ein Knall, ein Schlag, sie fällt zu Boden

Nie wieder hebt sie sich, die kleine Kinderhand

Nie wieder

Der Todesmarsch stampft weiter im Rhythmus

Starr der Blick Kalt das Herz

Die Berge lebloser Körper wachsen stetig

Die Kinderhand versinkt

Über anette

photo artist & dreamer

2 Kommentare

  1. Das geht unter die Haut…
    LG, Petra

    • Das Gedicht entstand in einem Theater- und Filmprojekt vor einigen Jahren, in dem ich mich mit der Verfolgung der Juden im Dritten Reich auseinandersetzte. Ein erschütterndes Thema, das mich immer wieder aufs Neue sehr aufwühlt. Danke für dein persönliches Feedback, Petra!

      Liebe Grüße,
      Anette

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: