Altes neu entdecken *Salzdruck*


Entstanden sind meine ersten Drucke in einem Fotografie-Workshop wenige Tage zuvor mit eigener Herstellung von Fotopapier und dem Anwenden der unterschiedlichen Fotografieverfahren um 1850. Das Schönste dabei war die Praxis hautnah mitzuerleben, die alten Entwicklungsverfahren kennenzulernen und diese ganz in Ruhe auszuprobieren. Anstatt in der Dunkelkammer zu sitzen ging es für die Entwicklung der Bilder raus in die warme Oktobersonne.

Faszinierend war das Ergebnis bei einigen Werken, wie sich Malerei und Fotografie vermischte. Eine sehr spannende Arbeit, die ich ganz sicher weiter verfolgen werde.

Was man dafür braucht: keine Angst vor Schmutz und noch viel mehr Geduld, besonders, wenn der Himmel bedeckt ist. Dann kann sich die ca. 10-minütige Entwicklungs-Sonnenpause um Minuten, Stunden oder sogar Tage und Wochen verlängern und vielleicht ist der Druck dann zu lange belichtet worden und alles beginnt von vorne. So bekommt jedes Bild seine ganz besondere Aufmerksamkeit mit der Gewissheit, dass das Ergebnis immer wieder überraschend anders werden kann, als vielleicht zuerst erwartet … ;-)

Über anette

photo artist & dreamer

22 Kommentare

  1. Ich bin begeistert … im Moment fehlt mir leider die Zeit, solche Dinge mal auszuprobieren. :(

    • Das ist wirklich schade, wenn die Zeit kein Ausprobieren zulässt. Für mich war ein Wochenend-Workshop perfekt und glücklicherweise brauche ich es beruflich, immer wieder zu experimentieren und neue Inspiration zu finden ;-) Sicher ein Glücksfall, durch den ich auch dieses Verfahren ertesten konnte.

  2. Das hört sich gerade im Zeitalter des Digitaldrucks klasse an!

    • Ja, das dachte ich mir auch :-) Es machte sehr viel Freude und ich hoffe, die Techniken bald mit den zukünftigen Arbeiten intensiver verwenden zu können. Sich in der Dunkelkammer und der „Sonnenkammer“ abwechseln zu können ist sicher ideal ;-)

  3. Toll, Anette! Ich habe noch nie so eine ungewöhnliche Perspektive gesehen. Das wär doch auch mal was für eine Ausstellung!
    LG
    Sabine

    • Ja, ein sehr spannendes Thema, über das ich auch nachgedacht habe. Die Motive erhalten mit diesen Verfahren einen ganz eignen Charakter, den ich gerne weiter vertiefen will.
      Es freut mich sehr, dass es dir gefällt, Sabine!
      LG
      Anette

  4. super sachen =)! wie groß sind die denn?

    grüße patrick

  5. Sich neuen Herausforderungen zu stellen macht den Reiz der Fotografie aus. Tolle Sache, die Du da neu für Dich entdeckt hast. Bleib dran, das hat was!
    Viele Grüße Stefan

    • Das freut mich sehr, Stefan, danke für dein nettes Kommentar! Ganz zufällig bin ich auf die Fotografieverfahren gestoßen und beim Ausprobieren habe ich sofort gemerkt, es prickelt! ;-)
      Ich werde dran bleiben und bin gespannt auf die kommenden Ergebnisse :-)
      Viele Grüße Anette

  6. Ich sehe in Dir ist ein Feuer entfacht. Das freut mich sehr. Das unterste Bild finde ich genial!
    Beste Grüsse, Gilles

    • Danke! :-D Das ist wundervoll zu hören und ja, es ist wirklich ein Feuer in mir entfacht, wie auch mit dem Caffenol und der Dunkelkammer. Analoge Fotografie ist ein Bereich, der mir all das gibt, was ich insgeheim seit langem vermisst habe: das kreative Handwerk und das Experimentieren mit ´fassbaren Materialien`. Es ist ein unglaublich schönes Gefühl und ich freue mich sehr auf weitere Arbeiten.
      Liebe Grüße, Anette

  7. Pingback: Altes neu entdecken *Cyanotypie* « annenieannenou film

  8. Pingback: Altes neu entdecken *Albumindruck* « annenieannenou film

  9. Das hört sich wundervoll an und macht mich tierisch neugierig.
    Wo hast du dies denn machen können?
    Gibt es noch mehr solche Veranstaltungen?

    lg Alex ^^

    • Das freut mich ja, dass du Interesse an den alten Fotografieverfahren gefunden hast. Ich habe den Workshop in Berlin bei David gemacht, leider gibt es seinen Workshop mit allen drei Verfahren „Salzdruck, Cyanotypie und Albumindruck“ erst wieder im Frühling 2013. … Wo du aber vielleicht mehr Angebote finden könntest ist mit Cyanotypie (Eisenblaudruck), auch spannend und sehr einfach zu machen. Allerdings sind sie manchmal unglaublich teuer! Also vergleichen und genau schauen, was du dafür bekommst und Augen offen halten. Das Schöne bei den alten Verfahren ist, dass du jedes säurefreie Papier verwenden kannst, somit wird dir hier ein sehr großes Experimentierfeld gegeben ;-) Ansonsten besteht natürlich die Möglichkeit, es einfach selbst auszuprobieren. Workshop-Bücher und Erfahrungsberichte gibt es ja etliche … allerdings fehlt hier leider der Spaß in der Gruppe zu experimentieren … Wenn du noch Fragen hast, meld dich einfach, ich freue mich, wenn ich Tipps geben kann ;-)

      LG, Anette

  10. Hallo Anette,

    ich danke dir für deine Tipps. Die Cyanotypie (Eisenblaudruck) interessiert mich am Meisten. Schade, dass ich nicht aus der Nähe von Berlin komme, so muss ich mich hier diesbezüglich umsehen.
    Was muss man bei der Cyanotypie daheim besonders beachten?

    lg die Alex ^^

    • Das größte Problem für mich persönlich war, dass es ein Kopierverfahren ist, d.h. die Ergebnisse sind identisch mit den Negativgrößen. Bei Kleinbild wird es ziemlich winzig, Mittelformat ist schon angenehmer. Die beste Sache ist, du erstellst ein digitales Negativ. So kannst du es beliebig groß machen und mit Cyanotypie „kopieren“. Zu beachten: vor dem Druck das Negativ rot einfärben (verstärkt den Kontrast des Fotos). Es müssen auf jeden Fall sehr kontrastreiche Bilder sein, die sind besser für die Edeldruckverfahren.

      … Es besteht auch die Möglichkeit Blätter, Federn und andere Materialien zu verwenden. Kleiner Tipp: Olivenöl oder Wachs aufs Herbstblatt, damit du später auch die schönen Linien sehen kannst. ;-)

      Hier ist eine kurze Übersicht zum Verfahren und den notwendigen Materialen: Cyanotypie Herbert Frank oder Cyanotypie Karl Jochen Schulte. Vielleicht helfen dir die Seiten weiter. Den Kopierrahmen kannst du ganz einfach selbst erstellen: Mit einem Bilderrahmen. Die Rückseite des Bilderrahmens musst du bei der Hälfte durchschneiden/säbeln und wieder mit einem schwarzen Klebeband zusammenkleben (so kannst du eine Seite aufklappen, um zu prüfen, ob die Belichtung ausreicht, ohne dass etwas verrutscht). Hier sieht man das Ganze bildlich, sicher verständlicher als mein Kauderwelsch … Wenn kein Rahmen zur Hand ist: die Rückseite des Rahmens plus das passende Glas mit vier Klammern verbinden, klappt sehr gut.

      Wenn du dir die Chemikalien nicht besorgen kannst, gibt es auch verschiedene Kits zu bestellen bei: Monochrom, Spürsinn oder …
      Kurze Zusatzinfo: Wenn die Lösung schimmelt, lass dich nicht davon beirren, achte nur darauf, dass der Schimmel in der Flasche bleibt. Die Chemie (Ammoniumeisen (III)-citrat grün, reinst) ist ca. 6 Monate haltbar (kühl und dunkel lagern).
      Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Loslegen! Wenn man erstmal alle Sachen beisammen hat und im besten Falle noch Sonne da ist, kann die Freude am Experimentieren sofort beginnen ;-)

  11. These are wonderful – I really like the aesthetic (and the fact that you can develop in the sunshine!).

  12. Martina K.

    Ich finde deine Bilder richtig richtig gut! Saugut eigentlich. Nun meine Frage: Welche Belichtungszeit hattest du für diese Positivbilder verwendet?

    • Martina, ganz lieben Dank!! Puh, die Belichtungszeit muss ungefähr 10 Minuten gewesen sein. Genau kann ich es leider nicht mehr sagen. Anfangs hatte ich die direkte Sonne genutzt, dazwischen kurz in den Schatten und wieder direkte Sonnenbestrahlung.

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