Bolivianerin – Fotoprojekt: Faszination

Bolivianerin.

fotografie © anette siegelwachs

Eine Fotografie kann Faszination ausstrahlen oder aber von Faszination inspiriert werden. Heute stieß ich zufällig auf das Foto, das ich 2004 mit der Canon EOS 300 und dem 55-200mm Objektiv festhielt. In diesem Bild hat mich die Ruhe der Bolivianerin beeindruckt, mit der sie Schritt für Schritt, in ihrem ganz eigenem Tempo, den Hügel hinauf schritt.

Da die damals entwickelten Foto-CDs doch einiges während der Reise und in all den Jahren mitmachen mussten, kann der Computer sie nicht mehr lesen. Was bleibt, sind die ausgedruckten Werke, die ich einscannen muss. Weiteres Problem: die damalige Entwicklung in Peru hat so manches Haar und Kratzer auf dem Bild hinterlassen und die Negativentwicklung ließ stark zu wünschen übrig, die sich auf neu entwickelten Fotos verewigen werden. Ein großer Nachteil der analogen Fotografie, von dem Labor abhängig zu sein, und erneut wünsche ich mir, selbst zu entwickeln, da ich bis jetzt immer noch stärker von der analogen Fotografie fasziniert bin. Vielleicht auch, da die Welt digital zu werden scheint. Allerdings ist die neue Technik um ein ganzes Stück angenehmer und leichter zu handhaben, doch mein Gefühl bleibt, zu schnell auf den Auslöser zu drücken. Auch gefallen mir die weicheren Ränder und die gewisse Unschärfe mit Film. Ich bin gespannt, was die Welta Welti und die Panasonic zum Thema Faszination zu erzählen haben. Der letzte Artikel „Mädchen“ wurde mit der Panasonic festgehalten. Somit wäre als nächstes die Welta an der Reihe … doch die braucht ihre eigene Zeit.

Über anette

photo artist & dreamer

20 Kommentare

  1. Ich mag hier den Bildaufbau – und die Ruhe die davon ausgeht.
    Liebe Grüße,
    Stefan

  2. Ich erinnere mich an meine Reise durch Südamerika 1994/95. Damals voller Abenteuerlust und mit Rucksack unterwegs. Bolivien zählt zu meinen eindrucksvollsten Erlebnissen. La Paz, das Alto mit den geheimnisvollen Wahrsagern, Potosi mit den Minenarbeitern und das feuchtheiße Santa Cruz. Du hast mir die Erinnerungen zurückgebracht, Danke dir dafür.

    • Gern geschehen, Sabine! Ich freue mich riesig, dass es dir Erinnerungen wach gerufen hat! Ja, für mich war Bolivien auch eines der Länder, in dem ich meine eindrucksvollsten Erlebnisse hatte. Eine vollkommen andere Welt, in der ich mich um Jahrzehnte zurückversetzt fühlte.

  3. Wow! Soviele Aspekte in diesem Artikel.

    Erst einmal finde ich Deine Beschreibung für diese wundervolle Strassenszene sehr schön. Das Foto trifft das Thema 100-prozentig.

    Es bestätigt sich auch wieder einmal dass es sich lohnt die alten Alben durchzuschauen und die im Laufe der Jahre zugewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen einfliessen zu lassen.

    Interessant aber schade finde ich dass Deine CD’s nicht mehr auslesbar sind. Erst kürzlich hat man im Radio darüber berichtet dass bald die ersten CD’s nicht mehr lesbar sein würden weil sich die Beschichtung mit der Zeit auflöse. Bei Deinen CD’s hat der mechanische Abrieb zusätzlich geschadet. Das sollte jedem von uns zu denken geben und dazu anregen alles Wichtige von Zeit zu Zeit doppelt zu sichern.

    Die Negative selbst entwickeln (und vergrössern oder printen) ist sehr reizvoll und macht auch Sinn weil man mit der nötigen Erfahrung das Gesamtergebnis individuell steuern kann. Einzig die eigene Sorgfalt bestimmt über Frust oder Lust. Richtig aufbewahrt (Säure- und Schadstofffrei) halten die Negative fast ewig.

    Was Dein Empfinden zur analogen und zur digitalen Fotografie angeht bin ich genau der gleichen Auffassung.

    Lichtstarke Güsse,

    Gilles

    • Danke, Gilles für die wunderbare Rückmeldung! Es ist wirklich immer wieder unglaublich, was sich in der Zeit an Bildern angesammelt hat und man seit Jahren nicht mehr angeschaut hat. Sicher gibt es da die einen oder anderen Schätze zu finden, ganz zu schweigen von den Erinnerungen.
      Das Problem mit den CD´s ist wirklich ein riesen Pech! Insgeheim hoffe ich immer noch, sie irgendwie retten zu können … aber wie du auch schon geschrieben hast, dass sich bald die ersten CD´s verabschieden werden, gibt es wohl wenig Hoffnung. Somit alles, was noch zu retten ist, in Zukunft mehrmals sichern!
      Die Freude an der analogen Fotografie kann es mir aber trotzdem nicht nehmen ;-)

      Liebe Grüße,
      Anette

  4. Ein wunderschönes Foto, welches viel Ruhe ausstrahlt. Gelungen! Bis vor einem Monat kannte ich nichts anderes als analoge Fotografie. Über die Archivierung brauchte ich mir keine großen Gedanken machen, die Negativfilme sind gut verwahrt und halten ewig. Jetzt im digitalen Zeitalter muß man sich schon mehr Gedanken machen. So ganz traue ich der neuen Technik nicht, bisher hab ich alles auf einer externen Festplatte gesichert, nur wenn die den Geist aufgibt sind auch die Fotos weg. Auf CD’s brennen als zusätzliche Sicherung macht Sinn, aber auch die halten nicht ewig. Irgendwann umfaßt eine digitale Bildersammlung auch Unmengen an Gigabyte, wie ich das dann händeln soll, wenn ich ein neues Backup anlege, weiß ich auch nocht nicht.
    LG kiki

    • Das freut mich, dass es dir gefällt! Ja, die Archivierung ist wirklich ein Thema für sich. Einmal ist meine Festplatte kaputt gegangen und ich musste sie neu formatieren … alles weg, glücklicherweise keine wichtigen Dinge drauf. Jetzt verteile ich die Daten auf eine bessere und teuere Festplatte in der Hoffnung, ihr kann ich meine Bilder und Texte besser anvertrauen, zusätzlich CD’s, Stick, und natürlich Backup, … man muss wirklich aufpassen, dass es noch übersichtlich bleibt mit all den riesigen Massen an Gigabytes. Einige nutzen auch einen Online-Server, wo ich mich aber noch nicht so mit auseinandergesetzt habe. Die digitale Welt hat also doch auch einen gewissen Nachteil, den es zu bewältigen gibt.

      Liebe Grüße,
      Anette

  5. Auch in mir kommen melancholische Gefühle auf, wenn ich eine alte, analoge Kamera in Händen halte. Jedoch bin ich komplett auf digital umgestiegen, es macht eben vieles, wenn auch nicht alles leichter, wie Deine CD`s beweisen. Auch hier heisst es, sauber zu archivieren und das Material regelmäßig zu sichten. Schon erschreckend, wenn man bedenkt, dass für Nachbearbeitung und Archivierung mehr Zeit benötigt wird, als man eigentlich für die Fotografie investiert hat.
    Darum bin ich nach wie vor mit der Optimierung des „Workflows“ (ich hasse Anglizismen, verwende sie trotzdem, wie dämlich ist das denn…)beschäftigt, in der Hoffnung, dass irgendwann mal alles besser wird (so denkt wohl jede Generation zu jeder Zeit über jedwedes Thema). Schön, dass zumindest solche Gedanken Bestand haben :-).
    viele Grüße, Stefan

    • Sicher, irgendwann wird es bessere Archivierungsmethoden geben. Bis jetzt heißt es Ruhe bewahren, den Überblick behalten und weitermachen. Wie viel Zeit letzten Endes für das Fotografieren an sich bleibt, ist wirklich traurig, auch wenn ich die Bearbeitung insgesamt sehr liebe, freue ich mich doch am meisten, wenn sie nicht notwendig ist. Denke ich an die Zeit, um die Daten „ordnungsgemäß“ und übersichtlich zu archivieren, kommt schon ein leichtes Magengrummeln, aber gut, da muss man durch ;-)

  6. Kleinbilder

    Finde die Komposition und das Bild an sich wirklich gelungen!

  7. Ein schönes Foto. Ich würde gerne mehr von den Analog-Bildern sehen.

    • Das freut mich sehr! Es werden mehr kommen, bestenfalls noch selbst entwickelte. Momentan ordne ich die Südamerika-Negative und teste die Dunkelkammer. Somit werde ich hoffentlich bald weitere Abzüge online stellen können, auch neue (analoge) Fotografien.
      Danke für die schöne Rückmeldung!

  8. Very nice… J’aime beaucoup cette composition. Ce bleu est vraiment terrible ! Magnifique.

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